Veränderungen machen nicht nur das Leben spannend, sondern auch unsere Branche. Das vergangene Jahr war geprägt von vielen Änderungen. Diese fanden bei EIT.swiss im Personalbereich statt. Nach fast 8 Jahren bei EIT.swiss übergab Laura Kopp im Oktober das Zepter an Petra Braun. Gleichzeitig fand eine Umbenennung der Abteilung von Öffentlichkeitsarbeit zu Marketing & Kommunikation statt.
Seit Juni 2023 führt ein neuer Kapitän den Verband durch ruhige und unruhige Zeiten. Thomas Keller kann auf ein herausforderndes Jahr als Präsident von EIT.swiss zurückblicken, welches er souverän gemeistert hat.
Wir freuen uns bei EIT.swiss auf alle Herausforderungen, die uns in Zukunft erwarten werden.
In der Abteilung Dienste gab es ab Juli neu den Bereich Recht und Dienste mit Naomi Esposito als Leiterin Recht und Michael Rupp als Leiter Politik.
Naomi Esposito
Michael Rupp
Die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit wurde per Oktober in Marketing & Kommunikation umbenannt. Petra Braun übernahm die Leitung der Abteilung von Laura Kopp.
In der Abteilung Marketing & Kommunikation ergab sich durch eine Reduktion des Pensums von Alisha Bieli eine Vakanz in der Mediamatik. Diese konnte per Dezember neu mit Nicole Collins besetzt werden.
Nicole Collins
Im November haben Monika Suter (Berufsbildungsfonds) und Melisa Maksuti (Mitgliederadministration) bei EIT.swiss begonnen.
Monika Suter
Melisa Maksuti
Im Dezember begann Giulia Sassi im ZPO in der Prüfungsadministration. Sie wird Dominique Henry ersetzen, welche im Jahr 2025 in den wohlverdienten Ruhestand gehen wird.
Giulia Sassi
Ebenfalls im Dezember erfolgte ein Abteilungswechsel von Stefan Schneeberger. Er war seit Jahren in der Abteilung "Technische Betriebswirtschaft" tätig und wird sich neu in der Berufsbildung um die Digitalisierung derselben kümmern.
Stefan Schneeberger
Technik & Betriebswirtschaft
1. Preisänderung und Berechnungsmethode
Wie bereits das Jahr 2023 war auch das Jahr 2024 von zahlreichen Anfragen zur Teuerungsberechnung und der anzuwendenden Berechnungsmethode geprägt. Leider betrafen viele Anfragen Verträge, bei denen die Preise festgelegt und nicht teuerungsberechtigt waren. Zudem waren Verträge, welche eine Preisänderung vorsahen, hinsichtlich der Methode zur Erhebung der Preisänderung sowie hinsichtlich des Referenzdatums in der überwiegenden Mehrheit zu wenig detailliert formuliert. In diesen Fällen konnte oft weitergeholfen und wertvolle Tipps mit auf den weiteren Weg gegeben werden. Die Thematik mag zwar teilweise zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch in weiter Ferne liegen, verdient aber dann schon ein besonderes Augenmerk, da sonst die Möglichkeit der Preisänderung und deren Berechnung zu unnötigen und unerfreulichen Diskussionen führen. Weiter muss den Vertragsparteien bewusst sein, dass zum Zeitpunkt der periodischen Abrechnung eine positive Korrektur (Preisanstieg) oder eine negative Korrektur (Preissenkung) resultieren kann. Insgesamt sind die Materialpreise beispielsweise im Zusammenhang mit der Post-COVID-Situation und dem Krieg in der Ukraine gesunken. Die aktuelle Wirtschaftslage bekräftigt die hier zu bietende Aufmerksamkeit zudem.
2. Neue Preisbasisberechnung
In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Elektroinstallation (FBEI) wurde ein neues Formular für kleinere Unternehmen erstellt, die keine Zahlen und Faktoren aus ihrer Buchhaltung zur Verfügung haben und deshalb die umfangreichere, siebenteilige Preisberechnungstabelle nicht korrekt anwenden können. Mit diesem neuen Hilfsmittel "Preisbasis-Formular (vereinfacht)" ist es nun möglich, die individuelle Preisbasis auf sehr einfache Art und Weise und dennoch auf den tatsächlichen Kosten basierend zu berechnen. Um die Einführung dieses neuen Formulars zu erleichtern und eventuell aufkommende Verständnisfragen im Vorfeld auszuräumen, wurde dazu ein sechsminütiges Erklärvideo veröffentlicht. Nach der Ansicht dieses Videos sollte die Anwendung dieses neuen Formulars keine Schwierigkeiten bereiten.
NPK-Erklärvideo
Im Vergleich zum etablierten Hilfsmittel "Preisbasis-Tabellen (detailliert)", bei dem weiterhin zwischen vier Installationsarten differenziert wird, resultiert beim neuen Formular nur noch eine Installationsart.
3. NPK Leistungspositionen
Im Jahr 2024 wurden zahlreiche Leistungspositionen und deren Komponentenlisten analysiert, angepasst, aktualisiert oder nachgeführt. Insbesondere hat dies die Leistungspositionen für Anschlüsse im Kapitel 522 betroffen. Deren Zeitstudien wurden grundlegend überprüft und deren Abstufungen gesamthaft vereinheitlicht. Die eigentliche Anpassung dieser Leistungspositionen besteht darin, dass die Kabelverschraubungen nicht mehr auf den jeweiligen Installationscode basierend in den Komponentenlisten enthalten sind. In allen anderen Kapiteln wirkt sich diese Anpassung nur bedingt aus. Die Kapitel wurden separat behandelt und treten im NPK 2025 mit noch besserer Realitätstreue auf. So sind, wo vorgesehen, die Kabelverschraubungen weiterhin in den Komponentenlisten vorhanden, variieren aber in Anzahl, Dimension und Beschaffenheit auf die jeweilige Leistungsposition abgestimmt. Nähere Angaben dazu wurden in den Informationen zum NPK nachgeführt.
Zur besseren Lesbarkeit der Positionstexte sowie zur speditiven Navigation in der Bildsuche wurden unterschiedliche Schreibweisen vereinheitlicht, überflüssig gewordene Wortlaute eliminiert und Redundanzen beseitigt. Neben diesen detaillierten Anpassungen haben auch neue Ansätze Einzug in den NPK gefunden.
Grundbildung (Gebäudeinformatik)
Die "Markt – und Potentialanalyse Gebäudeinformatik" von Herbst 2023 bis Frühling 2024 wurde erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt wurden 15 Experteninterviews mit ausgewählten Personen der relevanten Stakeholdergruppen und eine Online-Umfrage bei total 189 Betrieben der Elektrobranche durchgeführt sowie marktrelevante Informationen und Daten gesammelt.
Die Ausführungsbestimmungen QV / IPA Gebäudeinformatiker:in EFZ und der dazugehörige nationale Kriterienkatalog wurden mit einer definierten Arbeitsgruppe inklusive der Chefexperten der drei ausführenden Kantone erarbeitet. Diese Dokumentationen und der Ablauf der IPA wurden von Oktober bis November 2024 in einem kombinierten Infoanlass den betroffenen Lernenden und ihren Berufsbildnern durch die Chefexperten der Kantone und den Vertreter von EIT.swiss, Martin Stalder vorgestellt.
Die Einführung eines neuen Lehrmittels namens LernFlink ermöglicht nun die Versionierung von Lerninhalten sowie die Zusammenarbeit der verschiedenen Fachlehrer von Berufsschulen und überbetrieblichen Kurse. Darüber hinaus ist die Erstellung von Inhalten einfacher und es gibt mehr verschieden Inhaltselemente für Interaktionen.
Der Besuch im Kanton Tessin im November war eine wichtige und notwendige Angelegenheit. Wir verschafften uns einen Überblick im ÜK-Zentrum in Gordola und bei der Vollzeitschule CPT (Centro Professionale Technico) in Lugano-Trevano. Ebenfalls waren wir beim Lehrbetrieb Spinelli SA in Camorino, der einen Lernenden Gebäudeinformatiker Fachrichtung Gebäudeautomation ausbildet, der im Jahr 2025 das erste QV dieses Berufes im Tessin absolviert.
Darüber hinaus war EIT.swiss an verschiedenen Anlässen zum Thema Gebäudeinformatik aktiv mit dabei oder hat diese organisiert:
BiVo2022+
Im Jahr 2024 erreichte das Projekt BiVo2022+ einen wichtigen Meilenstein: Das Teilprojekt Bildungserlasse bestehend aus Bildungsplan und Bildungsverordnung sowie dem Informations- und Ausbildungskonzept (IAK) für Berufsbildungsverantwortliche konnte termingerecht abgeschlossen werden. Der Ticketantrag auf Totalrevision wurde beim SBFI eingereicht und durch das SBFI am 7. Oktober genehmigt. Anschliessend wurde durch das SBFI die öffentliche Anhörung im Zeitraum Oktober bis Dezember bei den Kantonen und weiteren interessierten Kreisen durchgeführt. Nebst diesen Prozessschritten der Berufsentwicklung starteten die Workshopgruppen der Elektroberufe am 29. August 2024 zur Erstellung der Ausbildungsprogramme für Betriebe, die üK und die Schullehrpläne der Berufe Elektroinstallateur: in EFZ und Montage-Elektriker: in EFZ. Für den Beruf Elektroplaner: in EFZ wurde dieser Prozess mit dem ersten Workshop am 16. Januar 2025 gestartet. Die Ausbildungsprogramme konkretisieren die Leistungsziele der Bildungspläne und definieren für die Ausbildung an den Lernorten die konkreten beruflichen Handlungen und das handlungsnotwendige Wissen, welche die Lernenden zur Erfüllung der Handlungskompetenzen erfüllen müssen. Der Abschluss dieser Arbeiten ist für alle Elektroberufe bis im Juni 2025 geplant.
Anlässlich der Chefexpertentagung vom 10. September wurde zudem der Fokus auf das Qualifikationsverfahren der Zukunft gelegt. Die Chefexperten in den Berufen Elektroinstallateur: in EFZ, Montage-Elektriker: in EFZ und Elektroplaner: in EFZ erarbeiteten anhand der neuen Bildungsverordnungen und Bildungspläne erste Inhalte im Qualifikationsverfahren nach BiVo2026. Die daraus entstehenden Ausführungsbestimmungen zum Qualifikationsverfahren mit Abschlussprüfung regeln die Inhalte der Qualifikationsbereiche im Detail. Die neuen Bildungsverordnungen für die Elektroberufe treten am 1. Januar 2026 in Kraft und mit Lehrbeginn im August 2026 werden die Lernenden nach der neuen BiVo2026 ausgebildet.
Höhere Berufsbildung
durchgeführte Prüfungen
Kandidatinnen und Kandidaten
Insgesamt wurden bei den 68 durchgeführten Prüfungen 1100 Kandidatinnen und Kandidaten geprüft (2023: 59 Prüfungen mit insgesamt 873 Kandidatinnen und Kandidaten).
Anlässlich des zentral durchgeführten Neu-Expertenseminars in Zürich konnten 35 neue Expertinnen und Experten in ihre anspruchsvolle Aufgabe in der Höheren Berufsbildung eingeführt werden.
Non-formale Bildung
Im Jahr 2024 wurden Seminare entwickelt , die schweizweit mit den Sektionen angeboten werden. Das aktuelle Angebot umfasst 45 Seminare.
Die Anzahl der Kommissions-Mitglieder der non-formalen Bildung wurde mit zwei zusätzlichen Eintritten auf acht Mitglieder erhöht.
Zwecks Erfahrungsaustauschs unter den Weiterbildungsverantwortlichen der Sektionen fand eine Sitzung statt, an der Vertreterinnen und Vertreter von 12 Sektionen teilgenommen haben.
durchgeführte Seminare im 2024
Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer
Seminar: Elektrotechnik aussagekräftig fotografieren, alle Fotos von Michael Donadel
Politik: Neuorganisation
2024 stand ganz im Zeichen der Energie- und Umweltpolitik. EIT.swiss konnte dabei auf für die Branche wichtige Rahmenbedingungen hinwirken: Mit der besseren Koordination zwischen Lärmschutz und Raumplanung kann künftig einfacher neuer Wohnraum entstehen, die Schliessung von Stoffkreisläufen in der Bauwirtschaft wird vorangetrieben und beim Ausbau der Produktionsanlagen erneuerbarer Energien sollen konzentrierte Bewilligungsverfahren zum Einsatz kommen. Bei der Elektromobilität tritt die Politik auf die Bremse: Das Parlament konnte sich weder zu einer finanziellen Förderung noch zum Recht auf Laden durchringen. EIT.swiss hat sich aber für verbesserte Rahmenbedingungen für das Laden in Mehrparteien eingesetzt und konnte sich entsprechend bei der Roadmap Elektromobilität des Bundes einbringen. Ein Highlight war die Annahme des Mantelerlasses: Zusammen mit anderen Verbänden der Gebäudetechnik hat sich EIT.swiss für ein Ja zur Vorlage eingesetzt, die u.a. Änderungen bei den Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch, eine Neuregelung der Vergütung für Photovoltaikanlagen und Bestimmungen für lokale Elektrizitätsgemeinschaften enthält und schliesslich mit 68,7 Prozent der Stimmen angenommen wurde. EIT.swiss hat an insgesamt elf Vernehmlassungsverfahren teilgenommen, von der Regelung der Finanzierung des Asbestentschädigungsfonds, über die Bestimmungen zu den Allgemeinverbindlicherklärungen bis hin zu den Musterbestimmungen der Kantone im Energiebereich und der Förderung von gebäudetechnischen Anlagen.
Mit der Reorganisation der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit wurde die politische Arbeit in einen eigenen Bereich Recht und Politik ausgegliedert. Der neue Bereich kümmert sich sowohl um sozialpartnerschaftliche Belange als auch die politische Interessenvertretung und die Beziehungspflege zu den Parlamentsmitgliedern, z.B. im Rahmen der Parlamentarischen Gruppe Berufsbildung.
Delegiertenversammlung in Bern
Rund 100 Delegierte nahmen am 25. April 2024 an der EIT.swiss Delegiertenversammlung in Bern teil. Zu den thematischen Schwerpunkten gehörten die Revision der Grundbildungen sowie die Weiterentwicklung des Gesamtarbeitsvertrags.
Die Revision der Grundbildungen ist ein umfangreiches und für die gesamte Elektrobranche wichtiges Projekt. Es beschäftigt EIT.swiss bereits seit mehreren Jahren. Ab Lehrjahr 2026 sollen die revidierten Grundbildungen angeboten werden. Die neuen Bildungserlasse beinhalten zukunftsorientierte Berufsbilder und neue Bildungspläne. Die vorgesehene Änderung betreffend Qualifikationsverfahren, genauer der Wegfall der Berufskenntnisse schriftlich Prüfung (Pks) beim Monteage-Elektriker:in EFZ, wurde von den Delegierten nicht goutiert und der entsprechende Bildungserlass deshalb nicht genehmigt. Die Bildungserlasse der Grundbildungen Elektroinstallateur:in EFZ und Elektroplaner:in EFZ erhielten demgegenüber ihre Zustimmung. Zudem unterstützte die Mehrheit der Delegierten einen Antrag, wonach ein bereits bestehendes Projekt zur Entwicklung der Lehrmittel für die neuen Grundbildungen in ein Projekt auf nationaler Ebene überführt werden soll. Dabei soll die bereits bestehende Projektgruppe, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern mehrerer Sektionen, von EIT.swiss den offiziellen Auftrag zur Erarbeitung eines nationalen Lehrmittels für die überbetriebliche Kurse erhalten.
Die 2023 in Angriff genommenen Verhandlungen mit den Gewerkschaften für einen neuen Gesamtarbeitsvertrag waren aus Sicht der Arbeitgeber bis anhin wenig erfolgreich. So kann den Delegierten kein unterschriftsreifer Vorschlag vorgelegt werden. Die Delegierten mussten deshalb das weitere Vorgehen festlegen. Nach der Diskussion über die verschiedenen Möglichkeiten entschied die Mehrheit der Delegierten, die Verhandlungen mit den Gewerkschaften trotzdem weiterzuführen, um einen Kompromiss zu finden.
Generalversammlung in Baden
Am 22. Juni 2024 fand die Generalversammlung von EIT.swiss in Baden statt. Für Verbandspräsident Thomas Keller war dies quasi ein Heimspiel, war er doch bis 2022 Präsident der Sektion EIT.aargau. Neben der Genehmigung des Jahresbericht 2023 standen eine Revision der Statuten und Reglemente sowie Vorstandwahlen auf der Tagesordnung.
In seinen Ausführungen blickte Thomas Keller auf das vergangene Jahr, insbesondere auf die Zeit seit seiner Wahl zum Präsidenten von EIT.swiss zurück. Besonders der direkte Austausch mit den Verbandsmitgliedern ist ihm wichtig. So nutzte er die Gelegenheit und nahm an über einem Dutzend Generalversammlungen der EIT-Sektionen in der deutschen, französischen und italienischen Schweiz teil. Im Zentrum der Verbandsaktivitäten standen in den vergangenen Monaten vor allem Projekte im Bildungsbereich. Besonders die Revision und Weiterentwicklung der Elektroberufe ist für den Verband eine grosse, aber zu bewältigende Herausforderung.
Eine Herausforderung ist auch die Positionierung und Weiterentwicklung der Branche. 2019 genehmigten die Mitglieder die totalrevidierten Statuten. Damit wurden die Öffnung und die Neupositionierung des Verbands eingeleitet. Die anlässlich der vorgeschlagenen Statutenrevision geführte Diskussion über die Begriffe Elektrobranche und Gebäudetechnikbranche zeigte, wie wichtig Wurzeln und Herkunft noch immer sind: Auch wenn sich die Mitglieder klar als wichtigen Teil der Gebäudetechnikbranche sehen, soll in den Statuten auch in Zukunft die Rede von Elektrobranche sein. Die weiteren Änderungsvorschläge gaben im Vergleich zu diesem Änderungsvorschlag wenig zu reden. Die revidierten Statuten und Reglemente wurden von den Mitgliedern genehmigt und gleichentags in Kraft gesetzt.
Die sich zur Wiederwahl stellenden Vorstandsmitglieder Susanne Jecklin-Leuenberger und Manfred Ulmann wurden glanzvoll wiedergewählt.
Ausserordentliche Delegiertenversammlung
Thomas Keller und Simon Hämmerli
Nachdem der Bildungserlass für die Grundbildung Montage-Elektriker:in EFZ an der Delegiertenversammlung vom 25. April 2024 aufgrund des angestrebten Wegfalls der Prüfung BK schriftlich abgelehnt wurde, wurden Abklärungen getroffen, ob diese wieder in die Bildungsverordnung aufgenommen werden kann. Dies ist grundsätzlich möglich. Der Vorstand hat an seiner Sitzung vom 20. Juni 2024 entschieden, dass die definitive Genehmigung anlässlich einer ausserordentlichen online-Delegiertenversammlung erfolgen soll. Den Delegierten wurden zwei Varianten zur Wahl vorgestellt. Es war darüber abzustimmen, ob das Qualifikationsverfahren Montage-Elektriker:in EFZ zukünftig mit oder ohne schriftliche Berufskunde-Prüfung erfolgen soll.
Nachdem die elektronische Abstimmung an der ausserordentlichen Delegiertenversammlung aufgrund technischer Probleme nicht wie geplant erfolgen konnte, wurden die Delegierten zu einer schriftlichen Abstimmung aufgefordert. 134 Delegierte folgten bis zum 6. September dieser Aufforderung. Im Beisein des EIT.swiss Präsidenten Thomas Keller, Simon Hämmerli und Herbert Laubscher erfolgte in der Geschäftsstelle von EIT.swiss am 9. September 2024 die Auszählung der Delegiertenstimmen.
Die Mehrheit der Delegierten entschied mit 104 von insgesamt 134 Delegiertenstimmen, dass das Qualifikationsverfahren Montage-Elektriker:in EFZ zukünftig mit schriftlicher Berufskunde-Prüfung erfolgen soll.
Herbert Laubscher
Delegiertenversammlung in Zürich
Am 28. November 2024 fand die Delegiertenversammlung von EIT.swiss in Zürich statt, an der rund 130 Delegierte teilnahmen. Zu den Schwerpunkten dieser Delegiertenversammlung zählten die Themen Berufsbildung, Budget und Lohnverhandlungen 2025 sowie der Stand der Verhandlungen mit den Sozialpartnern zum Gesamtarbeitsvertrag.
Das Budget und die Mitgliederbeiträge 2025 wurden vorgestellt und von den Delegierten genehmigt. Ergänzend zum Budget erfolgte ein Antrag von EIT.bern für zusätzliche Mittel für eine angemessene Berufsdemonstration an den SwissSkills 2025. Die Delegierten nahmen den Antrag aus Bern für die Erhöhung des entsprechende Budgetpostens an, da man die Wichtigkeit der angemessenen Berufswerbung während der SwissSkills 2025 Rechnung tragen möchte.
Der Antrag vom Vorstand zum Unterstützungs- und Zertifizierungssystem "TOP-Ausbildungsbetrieb", welches zur Steigerung der Ausbildungsqualität und zur Unterstützung der Ausbildungsbetriebe und deren Berufsbildner:innen vorgesehen gewesen wäre, wurde indes von fast 90% der Delegierten abgelehnt.
Des weiteren wurde über die Bildungsverordnung BiVo2022+ und den aktuellen Projektstand berichtet, sowie über den Stand der Verhandlungen mit den Sozialpartnern zum Gesamtarbeitsvertrag.
Der Bundesrat hat beschlossen, die Niederspannungs-Installations-Verordnung (NIV) einer Totalrevision zu unterziehen. Ein Delegiertenantrag forderte, bei der aktuell laufenden Totalrevision der NIV zu erreichen, dass es keine zusätzliche Bewilligung gemäss Art. 14 bedarf, um Mitarbeitende mit dieser Ausbildung selbständig arbeiten zu lassen. Dieser Antrag wurde von den Delegierten abgelehnt.
EIT.swiss Branchentag 2024
Am 16. Januar 2024 fand im Kursaal Bern der dritte EIT.swiss Branchentag unter dem Motto „Perspektiven für die Elektrobranche“ statt. Der Branchentag fand in deutscher, französischer und italienischer Sprache statt.
EIT.swiss hat wieder namhafte Referierende aus den Bereichen Jugendkommunikation, Employer Branding und der Technologieforschung eingeladen. Am Morgen sprachen Domenica Mauch und Michael Jacobsen von Yousty sowie die Erwachsenenbildnerin Alessandra Coduri-Scherrer über das Image der Elektroberufe. Vor dem Mittagessen beleuchteten Jean-Daniel Roth von mycomm, Thomas Heldner von SH Elektro Telematik GmbH und die Marketingspezialistin Simone Bonilla den Fachkräftemangel und welche Möglichkeiten die Arbeitgebenden haben, ihm zu begegnen.
Der Nachmittag drehte sich ganz um neue Geschäftsfelder der Elektrobranche. Der Futurologe Georges T. Roos und der ehemalige Rektor der ETH Prof. em. Dr. Lino Guzzella zeigten auf, welche Chancen sich für die Elektrounternehmen auftun. Im Anschluss gab Dr. Martin Jakob von TEP Energie seine Einschätzung über die Potenziale der gesamten Branche ab.
Abgerundet wurde der Branchentag mit einem Apéro, bevor die Teilnehmenden die Heimreise antraten.
Tag der Gebäudeinformatik (TDGI) 2024
Am 6. Juni 2024 fand auf dem Campus Sursee zum ersten Mal der Tag der Gebäudeinformatik (TDGI) statt. Die interdisziplinäre Fachtagung bot neben Fachreferaten auch Hands-on-Workshops im Bereich der Gebäudeautomation und -informatik, mit Einblicken in aktuelle Entwicklungen und laufende Projekte. Parallel zu den Vorträgen und Workshops fand eine Ausstellung von Produktinnovationen namhafter Hersteller statt.
Mehr zum Berufsbild Gebäudeinformatiker:in EFZ
Hier geht's zum Rückblick TDGI2024
WorldSkills Lyon 2024
An den WorldSkills vom 10. bis 15. September 2024 kämpften junge Berufsleute aus der ganzen Welt in Lyon (Frankreich) um die begehrten Medaillen der Elektroberufe.
Die internationale Konkurrenz war gross und unglaublich gut. Trotzdem gelang es Yanick Schwegler in der Kategorie „Electrical Installations“ (Beruf 18) den 8. Platz und damit ein Diplom zu erkämpfen. Eine wahrlich starke Leistung! Der Schweizer Elektroinstallateur Yanick Schwegler reist mit Diplom, interessanten Eindrücken und neuen Erfahrungen im Gepäck gemeinsam mit dem SwissSkills National Team zurück in die Schweiz.
Das gute Ergebnis ist der beste Beweis für die hohe Qualität der schweizerischen Berufsbildung. Diese allein garantiert noch keinen Erfolg an internationalen Meisterschaften. Eine gute Vorbereitung durch regelmässiges Training ist genauso wichtig. Selbstverständlich gehört auch eine Portion Glück dazu. Das SwissSkills National Team, bestehend aus den besten jungen Fachleuten der Schweiz, bereitet sich jedes Jahr darauf vor, bei internationalen Wettbewerben wie den WorldSkills zu glänzen. Ohne die enorme Unterstützung des Arbeitgebers des Wettkampfteilnehmers wäre das nicht möglich. Ihm gebührt daher ein grosser Dank.
WorldSkills 2024 - Yanick Schwegler
ineltec reloaded 2024
Einige Impressionen
Zwei Tage voller Innovationen und Know-how: Das neue Konzept "ineltec reloaded" war ein voller Erfolg.
EIT.swiss war nicht nur als Patronatspartner der beliebten Nachwuchstouren vertreten, sondern präsentierte sich auch mit einem einladenden Stand in Halle 1 direkt am Eingang – ideal, um die Besucher, die teils in Scharen eintrafen, zu begrüssen. Besonders unser Eyecatcher, ein Microlino, lud dazu ein, selbst hinter das Lenkrad zu steigen und das Microlino-Feeling hautnah zu erleben.
In Halle 2 beeindruckten unsere Demonstrationen, darunter die Vermessung mit einer Robotic Totalstation, die präzise Ergebnisse in kürzester Zeit lieferte. Ein weiteres Highlight war die Simulation einer Erstprüfung in der Elektroinstallation mittels VR-Brille, die spannende Einblicke in zukünftige Ausbildungsmethoden bot.
Wir sind begeistert von der positiven Resonanz und dem grossen Interesse und danken allen Besuchern, die unsere Präsenz wertschätzten.
Die Jahresrechnung 2024 von EIT.swiss schliesst mit einem Gewinn von CHF 720’857 (VJ Verlust von CHF -373’047). Für das Geschäftsjahr 2024 war ein Verlust von 490 TCHF budgetiert worden. Der Gesamtertrag von 16.15 Mio. für das Jahr 2024 lag rund 220 TCHF unter Budget, übertraf das Vorjahr jedoch um 553 TCHF. Das gegenüber dem Budget wesentlich bessere Jahresergebnis ist insbesondere auf tiefere Kosten in den Bereichen Höhere Berufsbildung und Kommunikation zurückzuführen, sowie auf tiefere Abschreibungen als Folge der Verschiebung eines IT-Projektes.
Jahresendrechnung 2024 inkl. Bericht der Revisionsstelle
Kommentar zur Jahresrechnung 2024 von EIT.swiss
Bilanz
Aktiven
Die flüssigen Mittel sind aufgrund des positiven Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Die Veränderung bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist stichtagsbezogen. Durch die positive Entwicklung an den Börsen konnte die noch bestehende Wertberichtigung auf den Finanzanlagen vollständig aufgelöst werden. Entsprechend stieg deren Wert in der Bilanz an.
Passiven
Der tiefere Bestand der Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung ist zum Teil eine Folge der im Vergleich zum Vorjahr besseren Liquidität und zum Teil ist dies stichtagsbezogen. Auch die Veränderung bei den übrigen Verbindlichkeiten ist stichtagsbezogen.
Erfolgsrechnung
Ertrag
Der Dienstleistungsertrag konnte dank dem Anstieg der Kandidatenzahlen bei den Berufs- und höheren Fachprüfungen von 875 im Jahr 2023 auf 1'100 im Jahre 2024 um 334 TCHF gesteigert werden. Dieser Anstieg der Zahl der geprüften Kandidatinnen und Kandidaten konnte durch verschiedene organisatorische Anpassungen im Zentralen Prüfungsort erreicht werden. Die Steigerung der Erträge aus Beiträgen ist auf die höheren Lohnsummenbeiträge zurückzuführen. Durch das Wachstum der Branche und die durch den Gesamtarbeitsvertrag vorgegebenen Lohnerhöhungen steigen die Lohnsummen der Mitgliedsfirmen.
Aufwand
Die gestiegene Kandidatenzahl bei den Berufs- und höheren Fachprüfungen führte zu höheren Kosten im Dienstleistungsaufwand. Die Zahle der Experteneinsätze mit den damit verbundenen Kosten stieg gegenüber dem Vorjahr um 246 TCHF. Der Personalaufwand ist durch die Einstellung von neuem Personal in der Prüfungsorganisation, der Verwaltung des Berufsbildungsfonds und im Berufsmarketing wie im Budget vorgesehen um 208 TCHF angestiegen. Bei den unter dem Betriebsaufwand geführten diversen Aktivitäten der Grundbildung haben sich die Projekte mit gegenüber 2023 angestiegenen Kosten (z.B. Grundbildung Gebäudeinformatik) und Projekte mit gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Kosten (z.B. Revision der Bildungsverordnung der Elektroberufe) in etwa die Waage gehalten. Der massive Rückgang bei den Werbekosten ist zum grösseren Teil auf den Wegfall der Kosten für die im Jahr 2023 ausgelaufene Imagekampagne zurückzuführen. Daneben sind im Vorjahr beträchtliche Initialkosten für die neue Ausstellung zum Thema Energie im Verkehrshaus der Schweiz angefallen. Die 2024 verbuchten Betriebskosten der Ausstellung sind bedeuten tiefer.
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Vorstandssitzungen
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